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Die Türkei Rundreise Reisebericht von 2011 - Tag. 6


 

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Die Sinterterrassen von Pamukkale


So schaute das Baumwollschlößchen Pamukkale 2011 aus

 

6. Tag: Pamukkale, Denizli

5.30 Uhr hieß es heute aufstehen, Koffer packen, 6 Uhr Frühstück (war naja), 7 Uhr Abfahrt. Heute lagen etwa 500 km vor uns. Über die Anatolische Hochebene, unter der wir uns rein gar nichts vorstellen konnten, ging es, gesäumt von Bergketten, entlang abgeernteter Felder, vorbei an Marmorsteinbrüchen unter einem Wolken verhangenem Himmel Richtung Süden dem Taurusgebirge entgegen. Es taten sich lichte Stellen am Himmel auf und je südlicher wir kamen, umso mehr lachte uns die Sonne entgegen. Wir legten einige kurze Zwischenstopps ein, ehe wir, vorbei an Kütahya und Afyon über Denizli schon von weitem einen großen weißen Fleck in der Landschaft sahen- Pamukkale (Wattebausch). Wir machten einen kurzen Halt unterhalb der durch Kalk geformten Gebilde, wo ein großer Park mit Ententeich angelegt war. Hinaufgeblickt, sahen wir die vielen Menschen, die einen schmalen Pfad zu überwinden suchten.
 

Hierapolis Frontinus-Tor Nekropole Säulenstraße Pamukkalequellen Ruinen Thermalanlage

 

Weiter ging es bis zur Nekropole, die zur Stadt Hierapolis gehörte. Abseits der Stadt war die Nekropole oder auch Totenstadt, eine Begräbnisstätte, in der heute unzählige steinerne Zeugen einer längst vergangenen Zeit ruhen. Die riesigen Sarkophage lagen größtenteils zerstört am Wegrand, Wildwuchs durch Feigenbäume oder andere Pflanzen hauchten diesem Ort ein wenig Leben ein. Aus Platzmangel wurden die Sarkophage teils auch übereinander gestellt. Es muss sich damals um `Massenware` gehandelt haben, denn wir erfuhren, dass die Sarkophage und Grabhäuser in einem etwa 70 km entfernten Marmorsteinbruch vorgefertigt wurden und dann auf Bestellung heran gebracht wurden. Je mehr Geld vorhanden war, natürlich umso größer war die letzte Ruhestätte. Grabräuber sind genauso für die Zerstörung der marmornen Gräber verantwortlich, wie Erdbeben. Das meiste Geld hatten diejenigen, die sich Rundgräber leisten konnten. Von denen gibt es einige auf dem Gelände. Über die alte Straße gelangten wir zur eigentlichen Stadt- Hierapolis, das zu seiner Glanzzeit bis zu 25000 Einwohner hatte. Oberhalb Pamukkales gelegen, erfreuten sich dort schon in der Antike viele Badelustige, die um den Nutzen für die Gesundheit der Thermalquellen bereits damals wussten. Sie bauten diese pompöse Stadt, die Kriege zwischen Byzantinern und Türken überstand, von einem Erdbeben jedoch völlig zerstört wurde. Die Spuren, auch die der Nekropole, ziehen sich die umliegenden Hügel hinauf, die, zwar von Gras bedeckt, immer noch alte Mauern, Gebäude oder nicht mehr erkennbares durchblicken lassen. Aus dem Boden schauen halb vergrabene Säulen hervor, die die Straße förmlich pflastern. Atemberaubend imposant steht man der ehemaligen Prachtstraße gegenüber, mit ihren hohen Säulen, den dahinter liegenden Bauten, wie den Latrinen. Auf dem Steinboden sind die Spuren der Wagen erkennbar. Die großen Tore und Portale laden zum durchschreiten ein, wobei sich so mancher Steinkoloss in gefährlicher Lage befindet. Ein Besuch im großen Theater oberhalb der Ruinen musste natürlich auch sein und erwies sich als ein toller Platz, um weit bis zu den Bergen einen tollen Panoramablick zu haben und um die Ausgrabungsstätten gut überblicken zu können. Beeindruckt näherten wir uns so dem nächsten Highlight, den Kalksinterterrassen, die über tausende Jahre aus kalkhaltigen Quellen entstanden, zu einem Kunstwerk geworden sind. Nun sahen wir auch, dass der schmale Steig gar keiner war, sondern die Sinterterrassen, in denen sich das aus der Quelle strömende heiße Wasser sammelte. Die Menschen konnten die Terrassen bloßfüßig durchschreiten- ich natürlich auch und war so was von begeistert. Die Sonne schien herrlich und ließ das Wasser in den Terrassen im hellsten Blau schimmern, dass dieser Anblick eine Freude war. Leider drängte auch hier die Zeit und nicht ganz Hundertprozent befriedigt, fuhren wir anschließend unterhalb Pamukkale zu unserem Hotel, dem Herakles, wie der Ort hieß, haben wir nicht mitbekommen. War auch nicht schlimm, denn es war schön und gemütlich, das Essen war sehr gut und anschließend warfen sich Rowena, Kathrin, Traude und wir beide ins Stadtleben, das nun anscheinend jetzt erst loszugehen schien. Wir kehrten in ein uriges Lokal, direkt bei einer Moschee ein und hatten dort sehr viel Spaß.

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Sechster Tag: Pamukkale

 


 

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Pamukkale 1997

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